M E N O R C A - ...in der Ruhe liegt die Kraft!
Windige Insel heißt Menorca bei den Einheimischen. Dabei geht es hier weit weniger stürmisch zu, als auf der turbulenten Nachbarinsel Mallorca. Menorcas Stärke ist die intakte Natur.
Im Schatten der Diva der Ballearen - Mallorca - wirkte Menorca stets bescheiden, ja fast langweilig. Menorca, die Kleine, ist eher herb als lieblich.
Ihre Reize wollen behutsam entdeckt werden, aber wer sich die Zeit dafür nimmt, den erwarten faszinierende Erlebnisse: eine uralte Kulturlandschaft, eine Fülle von prähistorischen Monumenten und ein lebendiges Brauchtum.
Tatsächlich lockt Menorca mit anderen Reizen als ihre große Schwester. Es ist die Natur, die diese Insel zu einem Kleinod im Mittelmeer macht.
Sogar 45 % der Insel stehen unter Naturschutz. Hier steht fest, daß die wirtschaftliche, der ökologischen Entwicklung nicht schaden soll. Deshalb sieht man an der 216 km langen Küste noch keine verschandelnden Hotelbunker. Der Aufwand lohnt!
Wer sich daran macht, diese Insel zu entdecken, pflegt zu sagen, sie sei einzigartig, verschieden und überraschend zugleich.
Die Merkmale der Insel sind so vielfältig und wegen ihrer Verschiedenheit unerwartet, so daß keine umfassende Definition in einem Wort möglich ist. Schon ein Besuch von kürzester Dauer gibt genügend Hinweise, daß es sich hier um ein ganz besonderes Fleckchen Erde handelt.
Von geradezu karibischer Schönheit sind die langen Sandstrände und kleinen Buchten im Süden der Insel.Der rauhere Norden, reich an Fjorden und natürlichen Häfen, bietet noch eine Einsamkeit, die selten geworden ist im touristenverwöhnten Spanien.
Maó, die Hauptstadt im Osten und Ciutadella im Westen, sind die beiden wichtigsten Städte der Insel und haben fast noch dörflichen Charakter.
Die meisten Besucher der kleinen Baleareninsel verbringen ihren Urlaub nicht in Hotels, sondern in gemieteten Villen oder Wohnungen. Attraktive Lagen sind Standard auf Menorca.
Zwar kann Menorca auch in Zukunft nicht den Rang ihrer großen Schwester als Lieblingskind der Touristen ablaufen, der Charme der „windigen Insel" bleibt jedoch auf diese Weise am ehesten erhalten.
Ciutadella... ist Ciutadella - so oft man den Ort auch mit anderen vergleicht, die eine ähnliche Entwicklung durchgemacht haben, immer wieder kommt man auf dieses „etwas" zurück, das ihn andersartig macht.
Die Bewohner sind sich des „Andersseins" bewußt und stolz darauf, als wollten sie auf ewig rächen, daß ihnen einst das Privileg, Hauptstadt zu sein, aberkannt wurde.
Sie heißen die Fremden „willkommen", bleiben aber sie selbst und fördern die bestehenden Unterschiede eher, als daß sie versuchten, sie zu überwinden. Letzteres gilt sogar für die Sprache.
Erreicht man die Insel auf dem Wasserweg, so ist der Hafen Ciutadellas das erste, was man zu sehen bekommt. Verträumt liegt er da, und obenauf thront die wunderschöne Kathedrale und das alte Rathaus.